Thema Kleinstwasserkraft

Der Bundesrat will mit der Gesetzesänderung im Art. 19 vom Schweizerischen Energiegesetz verhindern, dass Kleinstwasserkraftwerke mit einer installierten Leistung von weniger als 300kW Anspruch auf die KEV haben. Das Argument, das es ein vergleichsweise grosser Eingriff in die Umwelt ist, zieht nicht, weil:

1. Die meisten Bäche und Kleinbäche in Siedlungsgebieten ohnehin schon verbaut oder kanalisiert sind, somit wäre es eben gerade ein vergleichsweise kleiner Eingriff in die Umwelt. Zudem gibt es in der Schweiz über 7000 Standorte von alten Wasserrädern die momentan ungenutzt sind.

2. Die Restwassermenge übers Gewässerschutzgesetz eingehalten werden muss und Renaturalisierung kann nur bei ganz wenigen Fliessgewässer stattfinden, denn die meisten Verbauungen dienen dem Hochwasserschutz!

3. Durch moderne Herstellungsverfahren Kleinstwasserkraftanlagen güstiger geworden sind und die Gestehungskosten meistens unter 30Rappen liegen und somit das  Kosten- Nutzen Verhältnis völlig im Rahmen ist.

Was hätte es für Folgen wenn das Parlement diese vom Bundesrat vorgeschlagene Gesetzesänderung annimmt?             Einen Verlust von ca. 300MW installierter Leistung, also knapp die grösse vom AKW Mühleberg, der durch Atomstromeinkauf im Ausland oder Gaswerke im Inland kompensiert werden müsste! Ergo, eine insgeheime Förderung von Nicht erneuerbaren Energien! Aufträge für Kleinunternehmen die ausfallen werden, und Handelsspielraum der dem motivierten Bürger ein Stück mehr weggenommen wird.

Deshalb die Bitte an alle Parlamentarier mit gesundem Menschenverstand: Anderungen im Art.19 des CH Energiegesetzes ablehnen!

Nota Bene (aus verlässlicher Quelle): Der Kanton Bern hatte 2011 gesetzlich verankert, dass Kleinstwasserkrafwerke unter 300kW nicht mehr bewilligt werden. Der Wahre Grund war nicht sowas wie „Eingriff in die Natur“ sondern weil dann zuviel Gesuche eingereicht werden – was mit dem jetztigen Personal nicht bewältigt werden könne! Fazit: Es währe wohl vernünftiger, wenn das Bewilligungsverfahren vereinfacht würde, statt die Arbeitsbeschaffung gestoppt.

Die Restwassermenge, gennant Q 347 ist der stetige Abfluss der dem Bach über die Entnahmestrecke zurück lassen muss. Es ist etwa die Wassermenge, die nach ein paar schönen Sonnigen Tagen noch im Bach fliesst. Durch Einhaltung der Restwassermenge bleibt das Ökosystem über die Entnahmestrecke im Gleichgewicht. Art.31 im CH-Gewässerschutzgesetz schreibt vor, dass die Mindestrestwassermenge von 50l/s eingehalten werden muss. In Art.32 b ist es jedoch den Kantonen überlassen die Restwassermenge der realen Restwassermenge entsprechend nach unten zu korrigieren: z.B. bei einem Bach der Nominell 100l/s führt und ein Q347 von 25l/s führt, wäre es also angepasst über die Entnahmestrecke 25l/s zu garantieren. Das Ökosystem würde so im Gleichgewicht bleiben und man könnte aber auch saubere Energie aus dem vorhandenen Potential gewinnen. Eine Optimallösung für Natur und Technik.

Die Kostendeckende Einspeise Vergütung kurz KEV wurde vom Bund dafür geschaffen um Erneuerbare Energieerzeugungsanlagen finanziell zu unterstützen. Für Kleinstwasserkraft darf man gemäss der neuen Energieverordnung, die am 1.Januar 2014 in Kraft treten soll, für neue Fliessgewässeranlagen mit einem Rückvergütungs Tarif (RVT) von ca. 25Rappen erzeugte kWh über 15 Jahre rechnen und für bereits bestehende Anlagen oder Trinkwasserkraftwerke mit einem RVT von ca. 35 Rp./kWh rechnen.  Leider muss noch immer mit einer Wartezeit von 2 bis 4 Jahren gerechnet werden, bis das KEV die kWh vergütet. Deswegen rechnet man momentan besser direkt mit dem Stromabnehmer, also dem EW. Praktisch alle EW’s in der Schweiz vergüten bei einer installierten Leistung von unter 10kW einen Mindesttarif von 15Rp/kWh.

Was passiert wenn man tendenziell nur noch die grossen Kraftwerke subventioniert und die Kleinen unter 300kW vernachlässigt? Man stelle sich vor, eine Anlage von 300kW ist das Flusskraftwerk an der Töss in Pfungen! Das kann nicht ein Privater oder ein Kleinunternehmer verwirklichen, sondern nur eine grösseres Unternehmen. Was hätte das zur Folge ? Grössere Firmen, die ohnehin schon mit dem Ausbau von Ihrer längst amortisierten grossen Wasserkraftanlagen Geld verdienen würden, bekämen dann zusätzlich noch einen Beitrag aus der Bundeskasse, also vom Steuerzahler, resp. Strombezieher. Einmal mehr würde das Geld in irgendeinem Verwaltungsrat verteilt und dann wundert man sich warum die Lohnschere immer weiter aufgeht? Wer geht dabei leer aus? Alle Privaten, Kleinunternehmer oder Bauern die aktiv, einen Beitrag zum Atomausstieg leisten möchen.  Das ist nicht korrekt! Würde hingegen die Regierung die KEV Gelder verstärkt an die kleinen Kraftwerksbetreiber verteilen, würde das jetztige Budget schon fast ausreichen! Doch die werden je nach Launen der Kantonsbehörden bewilligt oder auch nicht.

Die Kernproblematik für die kleinsten Bäche (siehe Ausbaupotential) liegt im Bewilligungsverfahren, das zu aufwendig ist. Im Gewässerschutzgesetz sollte folgendes geändert werden :

a) die Restwassermenge von 50l/s aufgehoben und durch die reale Restwassermenge ersetzt werden. D.h. auch ein Kleinbach mit Qn=10l/s  kann genutzt werden, wenn man über die Entnahmestrecke die Restwassermenge von ca.3l/s zurücklässt.

b) Das Bewilligungsverfahren für bereits verbaute (Schwellen oder Brücken), eingedolte oder kanalisierte Bäche sollte stark Vereinfacht werden, z.B. reduziert auf ein Konzessions-Anmeldeformular für die Wassernutzung (Wasserrecht)

c) Aber: Bäche in der Natur, insbesondere Naturschutzgebiete sollten hingegen strikte unberührt bleiben

 

 

1. Wassernutzungsrecht beantragen (wenn nicht schon vorhanden) :

Dabei wird beim Kanton eine Konzession für die gewerbliche Nutzung des Fliessgewässers  beantragen.

 

2. Baugesuch erstellen:

  • Wasserfassung
  • Druckleitung
  • Turbinenhaus

 

3.  Anlagen ab 10 kW müssen beim Starkstrominspektorat angemeldet werden.

 

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Es geht nicht darum idyllische Kleinbäche in einem Naherholungsgebiet oder einem Naturschutzgebiet zu verbauen und zu verstromen, das Potential liegt vielmehr in verbauten Agglomerationsgebieten und bei alten Mühlenstandorten. Schätzungsweise gegen 20‘000 Kleinbäche wurden in der Schweiz beim Bau von Siedlungen eingedohlt, kanalsiert oder mit Schwellen versehen, damit bei Hochwasser keine Schäden an den Liegenschaften entstehen. Genau in diesen Bächen könnte man bei Berücksichtigung einer dem Bach entsprechenden Restwassermenge, sehr sinnvoll und wirtschaftlich Strom erzeugen. Vor über 100 Jahren wurden in der Schweiz gegen 8000 Mühlen, Sägereien etc. mittels Wasserrad betrieben. Da dies oft grössere Bäche sind liegt hier extrem viel Energiepotential das man nutzen könnte. Mittels kleinen Fischtreppen könnten gewisse Abschnitte sogar wieder Fischgängig gemacht werden.

Viele kleine Kraftwerke ersetzen ein Atomkraftwerk. Mit der Installation von einem Kleinstwasserkraftwerk besteht die Chance für den einzelnen Bürger, Kleinunternehmen oder Gemeinden aktiv einen Beitrag dazu leisten um so viel wie möglich Strom aus erneuerbaren Energien zu erzeugen. Wenn ein Kleinstkraftwerk lediglich eine Siedlung von 7 Einfamilienhäusern mit Stromversorgt erscheint dies sehr wenig. Die Situation sieht jedoch anders aus wenn man das Potential von 20‘000 bis 30‘000 möglichen Standorten ausschöpft. Es herrscht im Volk ein starker Wille zur unabhängigen und sauberen Energieversorgung und viele sind Bereit eigene Mittel in die Hand zu nehmen, dies sollte der Staat gutheissen. Es ergibt einen Sinn und einen Mehrwert wenn sich die einzelnen Bürger in der Schweiz von sich aus daran beteiligen.